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Historie Torbogen Schapeler Hof

Historie Torbogen Schapeler Hof

Der Schapeler Hof in der Senne

Ein Torbogen erzählt Geschichte

Inmitten der Stapelager Senne lag über Jahrhunderte der Schapeler Hof – ein bäuerlicher Familienbetrieb, dessen Geschichte eng mit der Landschaft und der Entwicklung der Senne verbunden ist.

Von diesem Hof sind heute nur noch wenige sichtbare Zeugnisse erhalten. Eines der bedeutendsten ist ein historischer Torbogen aus dem Jahr 1807. Er erinnert nicht nur an ein längst vergangenes Hofleben, sondern erzählt durch seine Inschrift auch von den Menschen, die ihn errichten ließen, von ihrem Glauben, ihrer Familie und ihrem Leben.

Der Torbogen ist heute auf dem Heimathof Leopoldshöhe erhalten und macht damit ein Stück Geschichte sichtbar, das sonst weitgehend verloren wäre.

Der Schapeler Hof – ein Hof in der Senne

Der Schapeler Hof gehörte zu den alten Hofstellen der Stapelager Senne. Über Generationen wurde hier Landwirtschaft betrieben und das Leben von den besonderen Bedingungen der Senner Landschaft geprägt.

Wie viele bäuerliche Hofstellen bestand auch der Schapeler Hof nicht nur aus einem einzelnen Wohnhaus. Zu einer solchen Hofgemeinschaft gehörten Wohn- und Wirtschaftsgebäude, Stallungen, Nebengebäude und Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung. Die Gebäude veränderten sich im Laufe der Zeit, wurden erweitert, ersetzt oder neuen Bedürfnissen angepasst.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte hier die Familie von Johann Hermann Adolph Schapeler und seiner Ehefrau Anna Ilsabein Catharina Kopp.

Ihre Geschichte ist unmittelbar mit dem heute erhaltenen Torbogen verbunden.

Ein Haus zum zehnten Hochzeitstag

Johann Hermann Adolph Schapeler wurde am 2. Januar 1771 geboren. Seine Ehefrau Anna Ilsabein Catharina Kopp stammte aus Evenhausen. Sie wurde am 16. Januar 1774 als Tochter von Johann Bernd Kopp, einem Hoppenpöcker in Evenhausen, und Anna Elisabeth Bögeholz aus Gräfinghagen geboren.

Am 30. September 1797 heirateten die beiden in Stapelage.

Zehn Jahre später entstand auf dem Schapeler Hof ein neues Gebäude. Am 22. August 1807 ließen Johann Hermann Adolph Schapeler und Anna Ilsabein Catharina Kopp ein Haus errichten. Nach der überlieferten Geschichte handelte es sich dabei um die sogenannte „neue Leibzucht auf dem Schapeler Hof in der Senne“, zu der der heute erhaltene Torbogen gehört haben soll.

Ob der Torbogen tatsächlich eindeutig diesem Gebäude zugeordnet werden kann, lässt sich nach den bisher vorliegenden Unterlagen allerdings nicht zweifelsfrei feststellen. Historische Fotografien zeigen mehrere Fachwerkgebäude auf dem Hof. Eine genaue Zuordnung könnte möglicherweise durch weitere bauhistorische Unterlagen, insbesondere die Gebäudesteuerrollen, geklärt werden.

Unabhängig davon trägt der Torbogen eine außergewöhnlich aussagekräftige Inschrift.

„Im Jahr 1807, d. 22. August …“

Die Inschrift beginnt mit den Namen der Bauherren und dem Datum der Errichtung:

„IM JAHR 1807 D 22 AUCHUST HAT JOHAN HERMAN ADOLP SCHAPELER UND ANNA CATTRIENA ILSABEIN KOBS AUS EWENHAUSSEN DIESES HAUS MIT GOT UND SEINER HÜLFE LASSEN BAUEN …“

Damit gibt der Torbogen den Menschen, die ihn errichten ließen, ihre Namen zurück.

Johann Hermann Adolph Schapeler und Anna Ilsabein Catharina Kopp werden hier nicht nur als Bauherren genannt. Die Inschrift erzählt zugleich von ihrem Glauben und ihrer Hoffnung. Sie danken Gott für das bisher Erreichte und bitten um Führung für ihren weiteren Lebensweg:

„TAUSEND MAHL SEI DIR GESUNGEN HERR MEIN GOT PREIS LOB UND DANK DAS ES MIR BISHER GELUNGEN ACH LAS MEINES LEBENSGANG FERNER DOCH DURCH JESU LEITEN …“

Solche Hausinschriften waren mehr als eine Verzierung des Fachwerks. Sie gaben einem Gebäude eine persönliche und religiöse Botschaft. Sie hielten fest, wer ein Haus errichtet hatte, wann es entstanden war und welche Wünsche und Hoffnungen seine Bewohner mit ihrem neuen Zuhause verbanden.

So wird aus einem alten Torbogen ein ganz persönliches Zeugnis aus dem Jahr 1807.

Ein bewegtes Familienleben

Die Familie Schapeler wuchs in den folgenden Jahren weiter. Aus der Ehe von Johann Hermann Adolph Schapeler und Anna Ilsabein Catharina gingen mehrere Kinder hervor.

Der älteste Sohn, Johann Bernd Christoph Schapeler, geboren 1799, wurde später Hoferbe. Weitere Söhne gingen eigene Wege und heirateten in andere Höfe ein. Friedrich Wilhelm Schapeler heiratete beispielsweise auf den Hof Beine in Wellentrup. Johann Töns Henrich Schapeler blieb als Einlieger auf dem Schapeler Hof.

Das Leben der Familie war jedoch von schweren Schicksalsschlägen begleitet. Mehrere Kinder starben bereits im frühen Kindesalter. Auch Johann Hermann Adolph Schapeler selbst verstarb schon am 18. November 1810, nur wenige Jahre nach der Errichtung des Hauses.

Anna Ilsabein Catharina heiratete 1811 erneut. Ihr zweiter Ehemann, Johann Christoph Lange aus Währentrup bei Oerlinghausen, nahm nach der Heirat den Namen Schapeler an und führte den Hof weiter.

Auch aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor: Hermann Heinrich Ludwig Schapeler. Er erwarb später eine eigene Hofstelle in der Senne und begründete damit einen weiteren Zweig der Familie.

Der Torbogen als Zeuge seiner Zeit

Wenn wir heute auf den Torbogen schauen, sehen wir zunächst ein Stück altes Fachwerk und eine Inschrift.

Doch hinter diesen Worten steht eine ganze Lebensgeschichte.

Hier stehen die Namen eines Ehepaares, das vor mehr als 200 Jahren an genau diesem Ort ein neues Haus errichten ließ. Wir erfahren das Datum, den Anlass und etwas über ihren Glauben. Wir können erahnen, wie wichtig ein neu errichtetes Haus für eine Familie gewesen sein muss – als Ort des Wohnens, der Arbeit, der Familie und der Zukunft.

Der Torbogen hat damit etwas bewahrt, was in historischen Dokumenten oft verloren geht: die persönliche Stimme der Menschen, die vor uns hier gelebt haben.

Vom Hof in der Senne zum Zeugnis der Heimatgeschichte

Die Geschichte des Schapeler Hofes endete schließlich mit den tiefgreifenden Veränderungen, die die Senne im 20. Jahrhundert erfassten. Durch die militärische Nutzung großer Teile der Landschaft wurden zahlreiche Höfe aufgegeben. Auch vom Schapeler Hof sind heute die Gebäude weitgehend verschwunden.

Geblieben sind historische Spuren – und mit ihnen die Erinnerung an einen Hof, auf dem über Generationen Menschen gelebt und gearbeitet haben.

Der Torbogen hat einen besonderen Weg genommen. Er blieb erhalten und befindet sich heute auf dem Heimathof Leopoldshöhe.

Damit steht er heute an einem Ort, dessen Aufgabe es ist, Geschichte zu bewahren und für kommende Generationen erlebbar zu machen.

Ein Tor zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Vielleicht liegt genau darin die besondere Bedeutung dieses Torbogens.

Er war einst Teil eines Hofes in der Senne. Menschen gingen durch ihn hindurch, kamen nach Hause, gingen zur Arbeit und kehrten zu ihren Familien zurück. Vor mehr als 200 Jahren ließen Johann Hermann Adolph Schapeler und Anna Ilsabein Catharina Kopp ihn im Zusammenhang mit ihrem neuen Haus errichten.

Heute ist er kein Eingang zu einem Bauernhof mehr.

Er ist ein Eingang in die Geschichte.

Wer seine Inschrift liest, begegnet den Menschen, die sie vor mehr als zwei Jahrhunderten hinterlassen haben. Ihre Namen, ihr Glaube und ihre Hoffnung sind bis heute erhalten geblieben.

So verbindet der Torbogen einen verschwundenen Hof in der Senne mit einem lebendigen Ort der Heimatpflege in Leopoldshöhe.

Ein Stück Schapeler Hof.
Ein Stück Senne.
Ein Stück Heimatgeschichte, das geblieben ist.