← Zurück zu Geschichte

Historie Heimathof

Historie Heimathof
    1. Die Geschichte unseres Heimathofes

      Über 600 Jahre Geschichte – und ein Ort mit Zukunft

      Wo heute der Heimathof Leopoldshöhe steht, wurde schon vor mehr als 600 Jahren gelebt und gearbeitet. Die Geschichte dieses besonderen Ortes reicht bis ins frühe 15. Jahrhundert zurück.

      Der heutige Heimathof ist aus dem ehemaligen Hof Eickmeyer, früher Beermann, hervorgegangen. Er gehört damit zu den ältesten überlieferten Hofstellen unserer Gemeinde und ist ein lebendiges Stück Leopoldshöher Geschichte.

      Über sechs Jahrhunderte hinweg haben Generationen von Menschen diesen Ort geprägt. Der Hof hat Zeiten des Wandels, Kriege und gesellschaftliche Veränderungen erlebt und sich dabei immer wieder den jeweiligen Lebensbedingungen angepasst.

      Heute wird diese lange Geschichte auf besondere Weise weitergeschrieben: Aus einem alten Bauernhof ist ein lebendiger Ort für Heimat, Begegnung, Kultur, Natur und Gemeinschaft geworden.

      Ein Hof mit Geschichte

      Der Hof lag in der alten Bauerschaft Hovedissen und gehörte zu den historischen Hagenhöfen von Krentruperhagen.

      Bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird das Anwesen im Zusammenhang mit der Everstein'schen Fehde erwähnt. Der Hof überstand diese kriegerischen Auseinandersetzungen allerdings nicht unbeschadet.

      Auch in späteren historischen Dokumenten finden sich Spuren seiner Geschichte. 1535 wird der Hof im Landschatzgesetz als „de Beermann“ bezeichnet. Im Salbuch von 1616/17 erscheint der Name „Behermann“.

      Diese alten Einträge machen deutlich, wie weit die Geschichte dieses Hofes zurückreicht. Was für uns heute selbstverständlich aussieht – die Gebäude, die Wiesen und die Wege rund um den Heimathof – war bereits vor mehr als einem halben Jahrtausend Teil einer gewachsenen Kulturlandschaft.

      Vom Bauernhof zum Heimathof

      Über viele Generationen wurde der Hof landwirtschaftlich genutzt.

      Noch 1910 lebte eine ganze Hofgemeinschaft auf dem Anwesen. Neben dem Landwirt Friedrich Beermann und seiner Familie gehörten auch eine Magd, ein Schweinehirt und ein Schlachter mit seiner Frau zum Hof.

      1940 erbte Helene Beermann den Hof von ihrem verstorbenen Onkel. Sie war mit einem Landwirt aus der Familie Eickmeyer aus Nienhagen verheiratet. Von da an prägte die Familie Eickmeyer den Hof und bewirtschaftete ihn bis 1988.

      In diesem Jahr erwarb die Gemeinde Leopoldshöhe das Anwesen einschließlich der dazugehörigen Ackerflächen.

      Damit endete nach mehr als 600 Jahren die Geschichte des Hofes als landwirtschaftlicher Familienbetrieb.

      Doch die Geschichte des Ortes sollte weitergehen.

      Eine neue Idee für einen alten Hof

      Nach der landwirtschaftlichen Nutzung stand die Frage im Raum, wie die historische Hofanlage erhalten und sinnvoll genutzt werden könnte.

      Anfang der 1990er-Jahre entwickelte der Heimatverein Leopoldshöhe die Idee, aus dem ehemaligen Hof einen Heimathof zu machen.

      1992 tauchte der Begriff „Heimathof Leopoldshöhe“ erstmals in den politischen und öffentlichen Diskussionen auf. Der Name war bewusst gewählt: Der alte Hof sollte nicht einfach zu einem Museum werden, sondern zu einem lebendigen Ort, an dem die Geschichte unserer Heimat bewahrt und gleichzeitig Gemeinschaft gelebt wird.

      Die Gemeinde Leopoldshöhe unterstützte das Konzept und schloss mit dem Heimatverein einen entsprechenden Nutzungsvertrag.

      Damit begann ein neues Kapitel in der über 600-jährigen Geschichte dieses Hofes.

      Schritt für Schritt entsteht der Heimathof

      1992 wurde zunächst der Grillplatz geschaffen. Mitglieder des Heimatvereins bauten in ehrenamtlicher Arbeit einen überdachten Grill, gestalteten die alte Wagenremise zu einer Schutzhütte um und legten eine Feuerstelle an.

      1993 folgte das historische Backhaus aus dem Jahr 1842. Das ehemalige Stallgebäude wurde renoviert und zu einem Fest- und Veranstaltungsraum umgestaltet. 1994 wurde auch der historische Backofen wieder aufgebaut.

      Über viele Jahre backten hier die Backgruppen des Heimatvereins Brot nach alten Rezepten und hielten damit traditionelles Handwerk lebendig.

      Zwischen 2003 und 2005 wurde das Backhaus um einen weiteren Anbau ergänzt, der es mit dem Grillplatz verbindet.

      Das Heimatmuseum – Geschichte zum Anfassen

      Ein weiterer großer Schritt war die Restaurierung des ehemaligen Wohnhauses.

      Das historische Vierständer-Fachwerkhaus aus dem Jahr 1793 wurde ab 1996 umfassend renoviert. Das Gebäude war bereits 1987 in die Denkmalliste aufgenommen worden.

      Mit unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde das Haus restauriert und für seine neue Aufgabe vorbereitet.

      1999 konnte schließlich das Heimatmuseum Leopoldshöhe eröffnet werden.

      Heute können Besucherinnen und Besucher hier entdecken, wie Menschen in unserer lippischen Heimat gelebt und gearbeitet haben. Handwerk, Landwirtschaft und Haushalt werden ebenso dargestellt wie frühere Wohn- und Wirtschaftsräume.

      Eine Schusterwerkstatt, Schneiderei und Tischlerei gehören zur Ausstellung. Auch Hausschlachtung und Milchverarbeitung werden anschaulich dargestellt.

      So wird Geschichte nicht nur erzählt – sie wird sichtbar und erlebbar.

      Sechs Jahrhunderte – ein besonderer Auftrag

      Die über 600-jährige Geschichte des Hofes ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich.

      Wir möchten bewahren, was von früheren Generationen überliefert wurde, und gleichzeitig zeigen, dass Heimatpflege nicht bedeutet, ausschließlich zurückzublicken.

      Deshalb gehören zum Heimathof heute auch Natur- und Umweltschutz.

      Die Streuobstwiese mit alten Obstsorten, der Familien-Gemüsegarten, das kleine Waldstück, die Schafhaltung und zahlreiche Nistmöglichkeiten für Vögel gehören ebenso zum Heimathof wie die zu Fledermausquartieren umgestalteten ehemaligen Futtersilos.

      Hier treffen sich Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise.

      Ein Ort, der weiterlebt

      Der Heimathof ist heute das Herzstück unseres Heimatvereins und ein wichtiger Ort der Begegnung für die Menschen aus Leopoldshöhe und darüber hinaus.

      Hier finden unsere Veranstaltungen statt: das Osterfeuer, der Mäh- und Dengelwettbewerb, das Kartoffel- und Dreschfest, Klönnachmittage, Volksliedersingen, traditionelle lippische Essen, Konzerte, Lesungen und vieles mehr.

      Kinder aus Schulen und Kindergärten entdecken hier Geschichte und Natur. Besucherinnen und Besucher können das Museum erkunden, Veranstaltungen besuchen oder einfach die besondere Atmosphäre des Hofes genießen.

      Und wenn heute Menschen über den Heimathof gehen, stehen sie auf einem Stück Land, auf dem bereits vor mehr als 600 Jahren Menschen gelebt, gearbeitet und ihre Heimat gestaltet haben.

      Mehr als 600 Jahre – und die Geschichte geht weiter

      Aus dem mittelalterlichen Bauernhof wurde über die Jahrhunderte der Hof Beermann, später der Hof Eickmeyer und schließlich der Heimathof Leopoldshöhe.

      Die Nutzung hat sich verändert – aber eines ist geblieben:

      Dieser Ort ist Heimat.

      Seit mehr als 600 Jahren ist der Hof Teil der Geschichte unserer Gemeinde. Heute sorgen viele ehrenamtlich engagierte Menschen dafür, dass diese Geschichte nicht nur bewahrt, sondern weitergelebt wird.

      So verbindet der Heimathof Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

      Ein über 600 Jahre alter Ort – und gleichzeitig ein lebendiger Treffpunkt für heute und morgen.