Die Wagenremise
Die neue Wagenremise
Ein neues Zuhause für historische Landtechnik
Mit der neuen Wagenremise ist auf dem Heimathof Leopoldshöhe ein weiteres besonderes Gebäude entstanden. Sie bietet künftig historischen Landmaschinen und landwirtschaftlichen Geräten einen geschützten Platz und fügt sich zugleich harmonisch in das gewachsene Gebäudeensemble des Heimathofes ein.
Doch die Wagenremise ist mehr als ein neues Gebäude. Sie ist ein Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn fachliches Können, ehrenamtliches Engagement und gemeinschaftliches Anpacken zusammenkommen.
Gemeinsam gebaut
Nach einer langen Planungs- und Genehmigungsphase und einem schwierigen Winter konnte der Bau endlich beginnen. Mitglieder der Dienstags- und Samstagsgruppe des Heimatvereins krempelten die Ärmel hoch und übernahmen zahlreiche Arbeiten in Eigenleistung.
Den Anfang machte die Bodengründung durch Frank Böhling und sein Team. Die Bautischler von Julian Schulze fertigten und errichteten die Holzkonstruktion, anschließend übernahm das Team von Patrick Bothe die Dacheindeckung.
Drei Fachbetriebe und viele helfende Hände des Heimatvereins arbeiteten dabei Hand in Hand. Koordiniert wurden die ehrenamtlichen Arbeiten von der Architektin Annette Schulze.
Auch die Mitglieder des Heimatvereins leisteten einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projektes. Sie bereiteten den Bauplatz vor, grundierten und strichen Holzbalken und Bretter, bauten Türen um und neu und verlegten rund 170 Quadratmeter Pflaster. Das hierfür verwendete Pflaster wurde von Frank Böhling kostenlos zur Verfügung gestellt.
So entstand Schritt für Schritt ein Gebäude, das nicht nur handwerklich überzeugt, sondern auch die besondere Handschrift des ehrenamtlichen Engagements trägt.
Architektur mit Blick auf die Geschichte
Bei der Gestaltung wurde bewusst auf die historische Umgebung und die Funktion der Remise Bezug genommen. Architektur und Farbgebung orientieren sich an landwirtschaftlichen Gebäuden der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – jener Zeit, aus der viele der ausgestellten Landmaschinen stammen.
Naturbelassene Hölzer verleihen dem Gebäude eine warme und authentische Ausstrahlung. Besonders die mit Douglasie verbretterte Rückseite und die unterschiedlichen historischen Ausmauerungs- und Putztechniken machen die Remise zu einem besonderen Blickfang.
Lehm- und Tonziegel, Backstein und Klinker sowie Kalk- und Lehmputze – teilweise mit traditionellen Strohmischungen – greifen alte handwerkliche Techniken auf und lassen verschiedene Formen des historischen Bauens wieder sichtbar werden.
Damit fügt sich die Wagenremise nicht nur optisch in den Heimathof ein. Sie nimmt auch gestalterisch Bezug auf die landwirtschaftliche Vergangenheit, die sie künftig bewahren soll.
Ein Zuhause für historische Landtechnik
In der Wagenremise erhalten historische Landmaschinen und landwirtschaftliche Geräte einen angemessenen Platz. Sie erzählen von einer Zeit, in der die Arbeit auf den Höfen noch wesentlich stärker von Handarbeit, einfachen Maschinen und dem Können der Menschen geprägt war.
Die Restaurierung der Maschinen ist dabei eine Aufgabe, die Zeit braucht. Nicht alle Geräte können gleichzeitig aufgearbeitet werden. Schritt für Schritt sollen sie restauriert und – soweit möglich – wieder in ihren ursprünglichen Farben präsentiert werden.
Karl-Heinz Haupt hat mit der Restaurierung eines Grasmähers bereits den Anfang gemacht. Neben seinem Einsatz beim Bau der Wagenremise widmet er sich der Aufarbeitung der historischen Maschine. Weitere Geräte und Landmaschinen sollen nach und nach folgen.
Gut Ding braucht Weile – und Geschichte darf wachsen.
Gefördert und gemeinsam getragen
Unterstützt wurde der Bau der Wagenremise auch durch die NRW-Stiftung, die das Projekt mit einer Förderung von 20.000 Euro unterstützt hat.
Doch eine solche Förderung kann nur der Anfang sein. Entscheidend für die Umsetzung waren vor allem die vielen Menschen, die ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Arbeitskraft eingebracht haben.
Fachbetriebe haben ihr Können beigesteuert, Mitglieder des Heimatvereins haben unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet und viele Aufgaben übernommen, die rund um einen solchen Bau entstehen.
So ist die Wagenremise zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden.
Ein Gebäude für heute – und für die Zukunft
Die neue Wagenremise bewahrt landwirtschaftliches Kulturgut und gibt historischen Maschinen einen Ort, an dem sie auch für kommende Generationen erhalten und gezeigt werden können.
Gleichzeitig steht sie beispielhaft für das, was den Heimathof ausmacht: Vergangenheit bewahren, Geschichte erlebbar machen und gemeinsam Zukunft gestalten.
Mit der Wagenremise ist ein neuer Hingucker auf dem Heimathof entstanden. Vor allem aber ist ein Ort geschaffen worden, an dem die Geschichte der Landwirtschaft weiter erzählt werden kann.
Hand in Hand gebaut – für die Geschichte, die uns verbindet.