Hochbeet-Gemüsegarten
Im Garten des Lebens – alte Gemüse- und Kräutersorten
Vielfalt bewahren – gemeinsam gärtnern
Ein kleiner Samen, etwas Erde, Sonne, Wasser und Zeit – daraus kann etwas ganz Besonderes entstehen. Genau darum geht es in unserem Gartenprojekt „Im Garten des Lebens“, das im Frühjahr 2022 im Rahmen unseres Konzepts „Umweltbildung auf dem Heimathof“ entstanden ist.
Unter der Leitung von Detlef Tamm wurden mit tatkräftiger Unterstützung der Dienstagsgruppe und des Bauhofes zunächst sechs Hochbeete angelegt. Inzwischen ist unser Garten gewachsen: Neben den Hochbeeten wird auch in weiteren Flachbeeten gegärtnert.
Unser Gartenteam kümmert sich mit viel Freude und Engagement um Aussaat, Pflege und Ernte. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Gewinnung unseres eigenen Saatguts.
Alte Sorten sind lebendiges Kulturgut
In unserem Garten wachsen ausschließlich alte, samenfeste Gemüse- und Kräutersorten. Anders als viele moderne Hybridsorten können sie selbst Samen bilden, aus denen im nächsten Jahr wieder Pflanzen mit ihren ursprünglichen Eigenschaften entstehen.
Damit leisten wir einen kleinen, aber wichtigen Beitrag dazu, dass diese besonderen Sorten nicht verloren gehen.
Denn alte Gemüse- und Pflanzensorten sind mehr als nur Nahrung. Sie erzählen ein Stück Kultur- und Heimatgeschichte. Über viele Generationen wurden sie von Bäuerinnen und Bauern, in Klöstern und Gärtnereien angebaut, erhalten und weitergegeben. Heute sind viele dieser Sorten selten geworden oder sogar vom Aussterben bedroht.
Ein schönes Beispiel aus unserer Region ist die „Lippische Palme“, eine besonders kräftige und hochwachsende Grünkohlsorte mit langer lippischer Anbautradition. Solche regionalen Schätze möchten wir bewahren und wieder stärker ins Bewusstsein bringen.
Mit Erfahrung und einem guten Plan
Beim Gärtnern überlassen wir möglichst wenig dem Zufall. Wir achten auf eine ausgewogene Fruchtfolge und Mischkultur und berücksichtigen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Pflanzen. Stark-, Mittel- und Schwachzehrer werden sinnvoll kombiniert, und wir achten darauf, welche Pflanzen sich gegenseitig unterstützen und welche besser nicht nebeneinander wachsen.
Auch unsere Hochbeete sind sorgfältig aufgebaut. Unter einer Schutzschicht gegen Wühlmäuse bilden Äste, Zweige und Gartenmaterial die Grundlage. Darauf folgen Häckselgut, Kompost und Schafmist von unserem eigenen Heimathof sowie hochwertige Gartenerde.
So entsteht ein nährstoffreicher und lebendiger Lebensraum, in dem Gemüse und Kräuter gute Bedingungen finden.
Saatgut für morgen
Besonders am Herzen liegt uns die eigene Saatgutgewinnung. Aus kräftigen Pflanzen gewinnen wir Samen für die nächste Aussaat und geben damit ein Stück Vielfalt an die nächste Gartensaison weiter.
Dabei geht es nicht nur um Gemüse. Auch Kräuter und schöne Zierpflanzen gehören zu unserem Garten. Unterschiedliche Formen, Farben und Düfte machen die Beete zu einem lebendigen Erlebnis – und bieten zugleich Nahrung und Lebensraum für viele Tiere und Insekten.
Gemeinsam macht Gärtnern mehr Freude
Aus einem kleinen Gartenprojekt ist inzwischen ein engagiertes Gartenteam geworden. Hier verbinden sich praktisches Gärtnern, Umweltbildung und der Erhalt unserer heimischen Pflanzen- und Sortenvielfalt.
Und natürlich kommt auch die Freude nicht zu kurz: Gemeinsam säen, pflanzen, pflegen, ernten und manchmal einfach staunen, was aus einem kleinen Samenkorn entstehen kann – genau das macht unser Gartenprojekt aus.
Sie haben Freude am Gärtnern, interessieren sich für alte Sorten oder möchten einfach einmal mitmachen?
Dann sind Sie bei uns herzlich willkommen. Wir freuen uns über jede helfende Hand, jede gute Idee und über Menschen, die gemeinsam mit uns dazu beitragen möchten, die Vielfalt unserer Pflanzenwelt zu bewahren.
Denn Vielfalt beginnt mit einem Samen – und gemeinsam können wir dafür sorgen, dass er weiterlebt.
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