Hochbeet-Gemüsegarten auf dem Heimathof

Kräuter- und Gemüseanbau „Alte Sorten“

Der Heimatverein Leopoldshöhe startet ein weiteres Projekt im Rahmen seines Konzeptes „Umweltbildung auf dem Heimathof“. Detlef Tamm ist der Fachgruppenleiter für dieses neue Segment im Umweltprogramm des Heimatvereins. In den letzten Wochen haben die Männer der Dienstagsgruppe kräftig mit angepackt und Detlef Tamm beim Bau von 6 Hochbeeten unterstützt. Große Unterstützung kam auch durch die Männer vom Bauhof, die mit schwerem Gerät den Mutterboden eingefüllt haben. Nun ist es soweit – es ist Zeit den Samen für Kräuter und Gemüse auszulegen. Angebaut werden alte (Samen-) Sorten, das sind Pflanzen samenfester Sorten die selbst Samen ausbilden, aus denen im Folgejahr wieder Pflanzen wachsen. Auf diese Weise werden Sorten über Jahrhunderte erhalten. So hat sich die „Lippische Palme“ als besonders kräftige und hochwachsende Grünkohlsorte mit einer langen Anbau-Tradition, über Jahrhunderte etabliert. Diese guten Eigenschaften wusste schon Graf Otto zu Lippe-Brake (1589-1657) zu schätzen. Unter dem Namen »Der Braune« fand der nordlippische Regent Aufnahme in der »Fruchtbringenden Gesellschaft«. Allerdings gibt es durchaus auch kleine Unterschiede innerhalb einer Sorte, die sich über Jahre herausbilden. Es soll auf dem Heimathof auch ein kleiner „Vermehrungsgarten“ entstehen.

Die Hochbeete sind wie folgt aufgebaut und befüllt worden:

Boden mit „Hasendraht“ feinmaschig. gegen Mäuse

Grober Baum- und Strauchschnitt: Äste, Zweige, Laub 30 cm
Häckselgut, dünne Äste, Laub oder Rasenschnitt 20 cm
Reife Komposterde und Schafmist 20 cm
Hochwertige Gartenerde/Mutterboden 20 cm

Die Fruchtfolge nimmt Rücksicht auf stark-, mittel- und schwachzehrende Pflanzen sowie die Komposition einer sich unterstützenden Mischkultur führt in der Hochbeet-Gärtnerei zum Erfolg. Die Regeln gelten sowohl für das Gemüse-, das Kräuter- als auch für das Blumenhochbeet.

Jedes Hochbeet wird individuell mit Stark-, Mittel- und Schwachzehrern bepflanzt.

Ein Gemüsehochbeet, dass nach diesen Anbauregeln gefüllt worden ist, stellt ein kleines Nährstoffkraftwerk dar. Im unteren Bereich verrotten Reisig, Zweige, kleinere Äste und kleinteiliger Gartenabfall, darüber liegt Muttererde, die von Schichten reichhaltiger Komposterde und Schafdung durchzogen ist.

Eine Pflanze, die in einem frisch gefüllten Hochbeet aufwächst, wird im ersten Jahr „dauergedüngt“. Es ist bei der Hochbeetbepflanzung darauf zu achtet, dass im Anlegejahr nur stark zehrende Gewächse aufgezogen werden. Oder man unterteilt die Hochbeete (durch verschiedene Gewichtung von Mutterboden, Kompost und Mist) in individuelle Beete für Stark-  Mittel- und Schwachzehrer, so wie es Detlef Tamm auf dem Heimathof gemacht hat.

Auf die Fruchtfolge ist zu achten und „wer mit wem kann“!

Eine gut angelegte Mischkultur und Fruchtfolge kann nur aus einer guten Planung der Pflanzenmischungen und Reihenfolgen in den Hochbeetparzellen entstehen.

Die richtige Fruchtfolge entspringt aus dem Wissen über Pflanzen, die sich vertragen und fördern und solchen, die sich feind sind und einander Schaden zufügen. Bei der Fruchtfolge gelten die gleichen Regeln wie bei der Mischung: Auf eine bestimmte Gemüsesorte des Vorjahres sollte im nächsten Jahr eine andere folgen, die sich gut mit ihr verträgt.

Das sind zum Beispiel Brokkoli und Blumenkohl bei “Starkzehrern“, dazu passen Rote Bete, Sellerie, Aubergine, Erbsen, Kartoffeln; aber in keinem Fall Zwiebeln, Kohl.

Erdbeeren sind “Mittelzehrer“ die mögen auch Buschbohnen, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Ringelblumen, Chrysanthemen, aber keinen Kohl.

Die Erbsen als “Schwachzehrer“ mögen Kohl, Salat, Rhabarber, Puffbohnen als Stützpflanze, Rettich, Spargel, Karotten, aber keine Zwiebel- und Lauchgewächse, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten

Wir wollen nur alte Sorten (Samenfeste Sorten) einzusetzen, um den Erhalt der alten Samensorten wieder mehr Beachtung zu schenken und den Fortbestand auch ein kleines Stück mehr zu sichern.

Mithelferinnen und -helfer für dieses anspruchsvolle Projekt sind willkommen, jede helfende Hand und jede zündende Idee wird von uns sehr gerne an- und aufgenommen.

Für Fragen und Informationen wenden Sie sich gerne direkt an Detlef Tamm 0151 532 531 42 oder mailen über den Kontaktbutton auf unserer Homepage.

Wir freuen und auf Sie!

© Heimatverein Leopoldshöhe 2020