Der Heimathof in Leopoldshöhe

Im Jahr 2020 ist es 28 Jahre her, dass der Begriff „Heimathof Leopoldshöhe“ erstmals auftauchte.

Seit März 1992 ist mit dem Heimathof im Laufe der Jahre eine Einrichtung entstanden, die mittlerweile weit über die Grenzen Leopoldshöhes hinaus bekannt ist und Beachtung gefunden hat.

Gern berichten wir über die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung des Heimathofes und stellen Ihnen diese Einrichtung, so wie sie sich heute darstellt, vor.

Der Heimathof ist aus einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen, dem Hof Eickmeyer, hervorgegangen. Der Hof Eickmeyer, vormals Beermann, bestand nachweislich seit dem 15. Jahrhundert. In der alten Bauerschaft Hovedissen gelegen, gehörte er zu den alten Hagenhöfen von Krentruperhagen. Erste urkundliche Erwähnung fand der Hof zu Anfang des 15. Jahrhunderts im Verlauf der Everstein´schen Fehde, die der Hof schwer beschädigt überstand. 1535 wurde der Hof im Landschatzgesetz als „de Beermann“ bezeichnet. Ebenfalls wurde er im Salbuch von 1616/17 erwähnt, dort hieß er „Behermann“. Bei der Volkszählung von 1910 war noch ein Landwirt Fr. Beermann mit seiner Frau Karoline und drei Kindern auf dem Hof gemeldet, zudem eine Magd, ein Schweinehirt und ein Schlachter mit seiner Frau. 1940 hat Helene Beermann den Hof von ihrem verstorbenen Onkel geerbt. Sie war mit einem Landwirt Eickmeyer aus Nienhagen verheiratet. Die Familie Eickmeyer bewirtschaftete den Hof bis 1988. In diesem Jahr wurde der Hof samt den zugehörigen Ackerflächen von der Gemeinde Leopoldshöhe erworben. Für einige Jahre (bis1995) hat die Gemeinde das Haupthaus des Hofes noch als Übergangswohnheim genutzt. Danach standen die Gebäude leer.

Die Hofgebäude befanden sich teilweise in einem besorgniserregenden baulichen Zustand.

Verschiedene Überlegungen wurden angestellt, wie die Hofanlage erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden könnte. Auch einige Leopoldshöher Vereine, allen voran der Heimatverein Leopoldshöhe, haben sich an diesen Diskussionen beteiligt und Nutzungskonzepte entwickelt.

Es war der Heimatverein, der Anfang der 90-er Jahre vorschlug, den Hof zu einem „Heimathof“ zu gestalten. Nachdem dieser Vorschlag auch bei der Gemeinde Leopoldshöhe als Eigentümerin auf fruchtbaren Boden gefallen war, wurde bald ein entsprechender Nutzungsvertrag zwischen der Gemeinde Leopoldshöhe und dem Heimatverein geschlossen, und die Arbeiten konnten beginnen.

Den Anfang sollte ein Grillplatz machen, der dann ab März 1992 von Mitgliedern des Heimatvereins in ehrenamtlicher Tätigkeit errichtet wurde. Ein überdachter Grill wurde gebaut, die alte Wagenremise wurde einbezogen und als Schutzhütte umgestaltet. Eine Feuerstelle vervollständigte dieses Ensemble.

Der nächste Schritt war die Umgestaltung des sogenannten Backhauses, eines Gebäudes aus dem Jahre 1842, das als Schweinestall genutzt wurde und an dem in früheren Zeiten ein Backofen angebaut war.

1993 begannen hier die Renovierungsarbeiten, wiederum in Eigenleistung durch Mitglieder des Heimatvereins, an deren Ende ein kleiner Fest- und Veranstaltungsraum mit einer Küche entstand, der für Vereinsveranstaltungen vorgesehen war. Der Backofen wurde 1994 ebenfalls wieder errichtet. 2 Backgruppen des Vereins backen hier regelmäßig Brot nach alten Rezepten.

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde noch ein fester Anbau errichtet, der das Backhaus mit dem Grillplatz verbindet. Komplett eingerichtet und beheizbar, bieten Backhaus und Anbau Platz für bis zu 100 Personen. Backhaus, Grillplatz und Außenanlagen werden von der Bevölkerung aus allen Ortsteilen der Gemeinde Leopoldshöhe rege genutzt. Für Schulklassen und KITA-Gruppen sind ständige Gäste, für sie ist der Heimathof immer wieder ein tolles Abenteuer. Für den Heimatverein ist er das „Zuhause“ geworden. Hier finden alle Veranstaltungen statt, die von den Bürgerinnen und Bürgern aus allen Ortsteilen der Großgemeinde gerne besucht werden. Insbesondere das Ambiente und die familiäre Atmosphäre und Gemütlichkeit, die rustikale Einrichtung und die einmalige Lage inmitten von viel Grün und uralter Bäume begeistern die Besucher stets neu.

Das größte und ehrgeizigste Projekt war dann die Umgestaltung des Wohnhauses zu einem Heimatmuseum, ein Wunsch, den der Heimatverein schon lange hegte, und der ab 1996 Wirklichkeit wurde. Umfangreiche Renovierungsarbeiten waren erforderlich, um das aus dem Jahre 1793 stammende Vierständer-Fachwerkgebäude, das bereits 1987 in die Denkmalliste eingetragen wurde, wieder in den Urzustand zu versetzen und dann schließlich in ein Museum umzuwandeln. Die Mitglieder des Heimatvereins haben hier wiederum viele tausend Arbeitsstunden geleistet.

1999 wurde das Heimatmuseum Leopoldshöhe im Rahmen einer Festveranstaltung unter reger Teilnahme der Bevölkerung eingeweiht.

Ein Name ist hierbei besonders zu erwähnen: Fritz Wagemann, langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins, kann als Motor des Projektes Heimathofes genannt werden. Nicht zuletzt seinem Engagement und seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass dieses Vorhaben verwirklicht werden konnte. Ebenso sind hier die zahlreichen Vereinsmitglieder zu nennen, die uneigennützig viele tausend Arbeitsstunden geleistet haben, um den Heimathof zu realisieren. Viele dieser Helfer sind noch heute in der Dienstagsgruppe aktiv, sie betreuen und pflegen die Einrichtungen des Heimathofes, zu denen neben den genannten Gebäuden noch eine Streuobstwiese und ein kleines Waldstück gehören. Auch der Naturschutz hat hierbei einen hohen Stellenwert. So sind z.B. die beiden alten Futtersilos auf dem Hofgelände zu Fledermausunterkünften umgestaltet worden. Zahlreiche Nistmöglichkeiten für Vögel wurden geschaffen und die Obstwiese wird von Schafen beweidet.

Alle Arbeiten wurden großzügig von der Gemeinde Leopoldshöhe unterstützt. Auch in Zeiten knapper Kassen hat die Gemeinde immer die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung gestellt und tut dies auch heute noch. Der Heimatverein hat bei den Verantwortlichen in Rat und Verwaltung immer ein offenes Ohr gefunden, und so konnte in gemeinsamer Arbeit der Heimathof Leopoldshöhe zu dem gemacht werden, was er heute ist.

Der Heimathof wird heute für vielfältige Zwecke genutzt.

Zunächst einmal ist er natürlich das „Zuhause“ des Heimatvereins Leopoldshöhe. Hier finden die verschiedenen Vereinsveranstaltungen statt, wie z.B. die gemütlichen Klönnachmittage an jedem 1. Mittwoch im Monat, das traditionelle Wurstebreiessen im Januar, das Osterfeuer am Ostersonntag oder das Dreschfest, das alle 2 Jahre im September gemeinsam mit den Leopoldshöher Treckerfreunden durchgeführt wird. Diese Veranstaltungen haben ihren festen Platz im Veranstaltungskalender der Gemeinde Leopoldshöhe und werden oft von vielen hundert Teilnehmern besucht.

Die Skatfreunde des Heimatvereins dreschen im Backhaus einmal im Monat Skat und der Vorstand des Vereins führt hier seine Sitzungen durch.

Aber auch andere Vereine und Institutionen nutzen den Heimathof. Am Himmelfahrtstag findet immer ein Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinden statt. Zahlreiche Märkte, Konzerte und Veranstaltungen von April bis November runden das vielfältige Veranstaltungsprogramm auf dem Heimathof ab.

Das Heimatmuseum ist an allen Veranstaltungstagen geöffnet. Nach vorheriger Anmeldung finden aber auch jederzeit Führungen zu anderen Terminen Führungen statt. Regelmäßig beteiligt sich das Heimatmuseum am Museumstag und am Tag des offenen Denkmals. Großer Wert wird auf die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gelegt. Viele Gruppen und Schulklassen haben schon die Gelegenheit genutzt, im Museum einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Das weitläufige Gelände des Heimathofes gibt den Kindern anschließend zudem noch Gelegenheit zum Spielen und Toben.

Das Museum bietet einen Überblick über das Leben und Arbeiten der Menschen unserer lippischen Heimat über einen Zeitraum der letzten ca. 150 Jahre. Die verschiedenen Ausstellungsräume zeigen Gegenstände aus den Bereichen Handwerk, Landwirtschaft und Haushalt. Eine komplette Schusterwerkstatt wurde ebenso eingerichtet wie eine Schneiderei und eine Tischlerei. Die Hausschlachtung und die Milchverarbeitung werden dargestellt und auch die Wohn- und Wirtschaftsräume werden im Originalzustand präsentiert. In den Außenanlagen haben die größeren Ackergeräte ihren Platz gefunden.

Ein Ausstellungsraum zur heimischen Tierwelt rundet das Angebot ab. In diesem Raum werden Präparate von Säugetieren und Vögeln präsentiert. Mittels einer computergesteuerten Anlage können die Stimmen von ca. 60 Tieren abgerufen werden.

Aber das Museum dient nicht nur musealen Zwecken. Auf der Deele finden seit einigen Jahren regelmäßig Konzerte statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Ca. 60 Personen finden dabei auf der Deele Platz. Die besondere Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Konzertraumes und die gute Akustik werden von Künstlern und Besuchern gleichermaßen gelobt. Lesungen oder Ausstellungen sind hier ebenfalls möglich.

Seit 2006 dient die Deele auch als Raum für standesamtliche Trauungen. In der besonderen Atmosphäre dieses Raumes haben sich schon viele Paare das Ja-Wort gegeben und anschließend die Außenanlagen für die Hochzeitsfotos und das Backhaus für die Hochzeitsfeier genutzt.

Der Heimathof Leopoldshöhe ist somit heute eine Einrichtung mit einem besonderen Stellenwert in der Gemeinde. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass hier unter der Regie des Heimatvereins Leopoldshöhe ein zentraler Treff- und Integrationspunkt für die Bürgerinnen und Bürger und Vereine und Verbände der Gemeinde Leopoldshöhe entstanden ist, ein Zentrum, in dem die Kultur ebenso ihren Platz gefunden hat wie die Geselligkeit. Aber nicht nur Leopoldshöherinnen und Leopoldshöher nutzen diese Anlage, viele Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Institutionen von außerhalb besuchen den Heimathof. Er ist beliebtes Ziel von Ausflugsfahrten oder Spaziergängen.

Viele Besucherinnen und Besucher sind erstaunt und begeistert über die Möglichkeiten, die sich hier bieten und nicht zuletzt die „Mund-zu-Mund-Propaganda“ sorgt dafür, dass der Heimathof Leopoldshöhe bereits weit über die Grenzen Leopoldshöhes und Lippes hinaus bekannt ist.

Ein Besuch des Heimathofes lohnt sich immer.

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© Heimatverein Leopoldshöhe 2020